Sie sind hier: Home » Fraktion » Über Pflichtaufgaben hinaus planen – Bericht der Fränkischen Nachrichten zum Antrag der CDU

Über Pflichtaufgaben hinaus planen – Bericht der Fränkischen Nachrichten zum Antrag der CDU

PDF version
Geschrieben am 23.11.17 in Kategorie Fraktion

Die CDU-Fraktion im Walldürner Gemeinderat fordert in einem vor kurzem eingereichten Antrag die Entwicklung eines zukunftsorientieren Konzepts für das Feuerwehrgerätehaus.

Walldürn. Das Feuerwehrgerätehaus entspricht längst nicht mehr den heutigen Standards und veränderten Ansprüchen der Einsatzkräfte. Die Fahrzeughalle ist zu klein, die Lagerkapazität voll ausgelastet. Es fehlt an getrennten Umkleidekabinen und Notausgängen. Der Brandschutz ist nicht vorschriftsmäßig umsetzbar und der Zutritt Unbefugter auf das Grundstück birgt im Einsatzfall Risiken.

Für das kommende Jahr sind deshalb mehrere kleinere Maßnahmen im Haushalt angemeldet. Weitere Instandhaltungsarbeiten kommen in den Folgejahren auf die Stadt Walldürn zu. Die CDU-Fraktion im Gemeinderat fordert deshalb in einem kürzlich im Finanzausschuss vorgestellten Antrag die Entwicklung eines zukunftsorientieren Gesamtkonzepts. Dabei sollen auch Möglichkeiten ausgelotet werden, die über die bisherige Nutzung des Feuerwehrgerätehauses hinausgehen.

„Wir wollen nicht nur die rechtlichen Pflichtaufgaben wie die Beschaffung von Fahrzeugen berücksichtigen“, erklärt Fabian Berger den Hintergrund des Antrags seiner Fraktion. Vielmehr solle ein Konzept auch und vor allem aus der Sicht der Einsatzkräfte entwickelt werden. „Wir wollen auch scheinbar banale Dinge berücksichtigen, weil selbst Kleinigkeiten in den Abläufen die Arbeit der Ehrenamtlichen erleichtern“, so Berger. In vielen in den vergangenen Wochen und Monaten mit Einsatz- und Führungskräften der Feuerwehr geführten Gesprächen habe sich herausgestellt, dass seit geraumer Zeit Handlungsbedarf in diesem Bereich bestehe. „Es muss viel Geld in die Hand genommen werden. Aber es ist nicht klar, in welche Richtung es geht“, beschreibt Berger die Situation.

In einem ersten Schritt will die CDU-Fraktion deshalb den Investitionsbedarf für das Feuerwehrgerätehaus ermitteln. In einem zweiten Schritt soll dann geprüft werden, ob das Gebäude zu einem Dienstleistungszentrum ausgebaut werden kann. Die Atemschutzgerätewerkstatt wird bereits von umliegenden Feuerwehren und Einsatzkräften genutzt.

„Es gibt jedoch noch viele weitere Dienstleistungen, die aktuell an externe Firmen vergeben sind“, so der Tenor der CDU-Fraktion. Beispielsweise dauere die Reinigung der Einsatzkleidung viel zu lange und gefährde somit die Einsatzfähigkeit. Zudem sei eine fachgerechte Reinigung oft nicht gewährleistet. Dieser Bereich könne ebenso in ein Dienstleistungszentrum integriert werden wie die Prüfung von für den Einsatz wichtigen Geräten nach den Vorgaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Im dritten Abschnitt des Antrags setzt sich die CDU-Fraktion schließlich mit der Frage auseinander, ob das Feuerwehrgerätehaus zu einem zentralen Rettungszentrum für Feuerwehr, DRK und eventuell auch die DLRG erweitert werden könnte. „In vielen Fällen sind die Einsatzkräfte von DRK und Feuerwehr gemeinsam im Einsatz“, so Berger. „Und gerade die Helfer-vor-Ort-Gruppe ist auf einen zentralen Punkt für die Fahrten zu Einsätzen angewiesen.“

Ein gemeinsamer Standort sei allein deshalb sinnvoll. Zudem sei die Verteilung der Einsatzeinheit II des Katastrophenschutzes im Neckar-Odenwald-Kreis mit ihren Fahrzeugen und weiteren Materialien auf derzeit zwei Standorte keine Dauerlösung. Zumal das Lager im Areal „Leinekugel“ zeitlich nur noch begrenzt zur Verfügung stehe.

Ergebnisoffener Prozess

Trotzdem will die CDU-Fraktion nichts überstürzen. „Dass eine große und schnelle Gesamtlösung aktuell nicht denkbar ist, das ist klar“, betont Berger. Allein für die Bedarfsermittlung rechne seine Fraktion mit einem Zeitraum von etwa einem Jahr. Danach solle dann geprüft werden, was tatsächlich umsetzbar sei. „Wir sehen diesen Prozess völlig ergebnisoffen“, sagt Berger. Ihm und der CDU-Fraktion sei es wichtig, dass in absehbarer Zeit ein Plan in der Schublade liegt, um Stück für Stück auf ein gestecktes Ziel hinarbeiten zu können. Um auch kleine Gelder Schritt für Schritt sinnvoll einzusetzen und wenig nachhaltige Provisorien zu vermeiden. „Außerdem ist es für eventuelle Sonderförderungen oder sich verändernde Situationen immer sinnvoll, Konzepte in der Hinterhand zu haben“, so die Antragsteller. Ohne Konzept bestehe sonst die Gefahr, dass Chancen vergeben oder nicht durchdachte Maßnahmen ergriffen werden.

Damit die Stadt Walldürn nicht sämtliche Kosten schultern muss, setzt die CDU-Fraktion auf das Akquirieren von Fördergeldern beispielsweise aus dem Leader-Programm oder Mittel des Landes für den Katastrophenschutz. Zudem sollen sich die Hilfsorganisationen wie DRK und DLRG an jenen Kosten beteiligen, die nicht die Pflichtaufgaben der Stadt betreffen.

Die ersten Reaktionen auf den Antrag seiner Fraktion stimmen Fabian Berger jedenfalls zuversichtlich: „Die Ehrenamtler sind alle dafür.“ Nun hofft er auf ähnlich positive Rückmeldungen aus den übrigen Gemeinderatsfraktionen.



Stadt- und Gemeindeverbände der CDU Neckar-Odenwald online:

CDU Adelsheim CDU Elztal CDU Obrigheim CDU Walldürn
CDU Aglasterhausen CDU Hardheim CDU Ravenstein CDU Zwingenberg
CDU Billigheim CDU Haßmersheim CDU Schwarzach
CDU Buchen CDU Mosbach CDU Waldbrunn
© 2018 CDU Walldürn – Kreisverband Neckar-Odenwald | Login