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Konzeption Rettungszentrum Walldürn

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Geschrieben am 21.11.17 in Kategorie Antrag der Fraktion

Antrag

Wir, die CDU Fraktion fordern die Entwicklung eines zukunftsorientierten Konzeptes für die Ausrichtung und bauliche Planung des Areals Feuerwehrgerätehaus.

Die Konzeptentwicklung soll sich unserer Ansicht nach mit verschiedenen Themen auseinander setzen:

  1. Das Feuerwehrgerätehaus zukunftsfähig machen
    Wie ist der Platzbedarf der Feuerwehr für die Zukunft?
  2. Dienstleistungszentrum für Einsatzeinheiten
    Welche Dienstleistungen sind für unsere Feuerwehr nötig?

    1. Welche vergeben wir aktuell extern?
    2. Welche werden durch uns abgewickelt?
    3. Besteht hier Optimierungsmöglichkeit?
    4. Sollten wir die Feuerwehrdienstleistungen weiter ausbauen? Besteht Bedarf bei anderen Einsatzeinheiten?
  3. Ein Rettungszentrum für Walldürn
    Macht ein gemeinsames Rettungszentrum für die vor Ort ansässigen Einsatzeinheiten Sinn und wie könnte ein solches Rettungszentrum realisiert werden?

Für die Erarbeitung des Konzeptes fordern wir ein zweistufiges Vorgehen:

  1. 2018: Vorberatung und Grundlagenschaffung innerhalb der Verwaltung
    1. Bedarfsermittlung durch Gespräche mit Betroffenen
      1. Mitarbeiter der Verwaltung im Bereich Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz
      2. Führungskräfte der Feuerwehr
      3. Verantwortliche und Führungskräfte weitere Hilfsorganisationen
  1. 2019: Einstellung einer Planungspauschale in den Haushalt 2019
    1. Im Gegenzug Streichung der Planungspauschale „Umkleidekabinen FW Walldürn“ im Haushalt 2018

 

Begründung

 

„Das Feuerwehrgerätehaus zukunftsfähig machen“

In Gesprächen mit Einsatz- und Führungskräften der Feuerwehr Walldürn stellt sich sehr häufig heraus, dass hier seit geraumer Zeit Handlungsbedarf besteht.

Dass wir unserer Pflichtaufgabe nachkommen und uns die Feuerwehr wichtig ist zeigt alleine die Tatsache, dass wir in den Anmeldungen zum Haushalt 2018 schon viele Maßnahmen berücksichtigt haben, so zum Beispiel:

  1. Sanierungsmaßnahmen am Feuerwehrgerätehaus Walldürn
  2. Zutrittskontrolle im Feuerwehrgerätehaus Walldürn
  3. Planungspauschale Anbau/Umkleide FW Walldürn
  4. Umbau Feuerwehrgerätehaus Gottersdorf
  5. Beschaffung von 6 Einsatzfahrzeugen über die nächsten Jahre verteilt
  6. Beteiligung an einer möglichen Atemschutzanlage

Ergänzend zu diesen Maßnahmen ist jedoch auch klar, dass unser Feuerwehrgerätehaus längst nicht mehr den Standards und den sich deutlich veränderten Ansprüchen entspricht. In vielen Gesprächen wiederholen sich u.a. folgende Grundprobleme:

  1. Kein Schwarz-Weiß-Bereich (Abgetrennte Umkleidekabinen)
    1. würde durch Umbau Ankleide korrigiert
  2. Fahrzeughalle ist deutlich zu klein
    1. dieses Problem kam im Gemeinderat schon im Bereich des mobilen Wassertanks auf
  3. Lagerkapazität voll ausgelastet, bzw. überschritten
  4. Brandschutz ist nicht vorschriftsmäßig umsetzbar (teilweise aufgrund Platzmangel)
  5. Keine Notausgänge, sowie kein Flucht- und Rettungswegeplan
  6. Zutritt durch Dritte auf Grundstück birgt hohes Unfallrisiko im Einsatzfall

 

„Dienstleistungszentrum für Einsatzeinheiten“

Neben den veränderten Anforderungen der Feuerwehr sollte man sich beim Herangehen an ein solches Konzept auch über diverse andere Chancen und Möglichkeiten Gedanken machen.

Die Atemschutzgerätewerkstatt ist, beispielsweise, eine Einrichtung die von Feuerwehren und Einsatzkräften, weit über die Stadt- oder Gemeindeverwaltungsverbandsgrenzen hinaus, genutzt und geschätzt wird.

Es gibt jedoch noch viele weitere Dienstleistungen, welche aktuell, zum Teil mehr oder weniger zur Zufriedenheit oder im Interesse der Einsatzkräfte, an externe Dienstleister vergeben wird. So dauert zum Beispiel die Reinigung der Einsatzkleidung oft viel zu lange, sodass Einsatzkräfte nicht einsatzbereit sind, oder eine fachgerechte Reinigung ist nicht gewährleistet.

Wir regen daher in unserem Antrag an zu prüfen, bzw. in die Überlegungen mit einzuschließen, ob die Erweiterung der Atemschutzwerkstatt hin zu einem Dienstleistungszentrum sinnvoll wäre – ob mit oder ohne Atemschutzanlage zeigt sich durch die Entscheidungen des Landkreises.

Neben der Reinigung von Einsatzkleidung und der Atemschutzwerkstatt könnten unserer Ansicht nach z.B. auch die Prüfungen nach DGUV (z.B. Leiter, Krankentragen, usw.) in einem solchen Dienstleistungszentrum angeboten werden.

Ein solches Dienstleistungszentrum wäre unserer Ansicht nach auch auf Verbandsebene und/oder als GmbH, wie die Stadtwerke denkbar.

 

„Ein Rettungszentrum für Walldürn“

Im letzten Bereich unseres Antrages setzen wir uns mit der Thematik eines zentralen Rettungszentrums für Hilfsorganisationen auseinander. Hintergrund hierfür sind u.a. Gespräche mit Verantwortlichen des DRK Walldürn, welche aktuell auch Ihren Sitz im Feuerwehrgerätehaus und im Lager Leinekugel haben. Das DRK agiert einsatztaktisch in zwei Bereichen:

  1. Helfer vor Ort Gruppe (HvO)
  2. Teil der Einsatzeinheit II des Katastrophenschutzes im Neckar-Odenwald Kreis

Gerade die HvO ist auf einen zentralen Punkt für die Fahrten zu Einsätzen angewiesen. Mit jährlich rund 200 Einsätzen zur Unterstützung des Rettungsdienstes leistet die Einsatzgruppe ehrenamtlich einen wichtigen Beitrag zur rettungsdienstlichen Versorgung.

Durch die Übernahme eines Bestandteils der Einsatzeinheit im Katastrophenschutz hat sich neben dem Leistungsspektrum vor allen Dingen auch die Material- und Fahrzeuganzahl deutlich erhöht. Die aktuelle Verteilung auf zwei Standorte ist keine Dauerlösung, ebenso ist der Standort im ehemaligen Lager Leinekugel zeitlich begrenzt.

Egal ob HvO oder Katastrophenschutz in vielen Fällen sind die Einsatzkräfte von DRK und Feuerwehr gemeinsam im Einsatz, sodass ein gemeinsamer Standort – der auf jeden Fall eine klare, räumliche Trennung benötigt – sinnvoll ist.

Aber auch für z.B. die Einsatzeinheiten des DRLG könnte sich ein Rettungszentrum als gute Lösung für das Problem der Fahrzeugunterbringung anbieten.

 

 

Anmerkung

Eine Konzeption ist nicht gleichzusetzen mit einer unmittelbar geplanten Maßnahme.

Dass eine große und schnelle Gesamtlösung aktuell nicht denkbar ist, das ist klar, jedoch soll die Erarbeitung eines klaren Konzeptes dabei helfen nötige und mögliche Maßnahmen zielgerichtet anzugehen. Dies ermöglicht es auch kleine Gelder Schritt für Schritt sinnvoll in ein zukunftsorientiertes Gesamtprojekt zu investieren, um so auch in Einzelprojekten nach und nach das Gesamtziel erreichen.

Des Weiteren ist es für mögliche Sonderförderung oder sich verändernde Situationen immer sinnvoll Konzepte in der Hinterhand zu haben um kurzfristig zu reagieren – denn ohne Konzept werden Chance vergeben, oder ggf. nicht durchdachte Maßnahmen ergriffen.

Dass die Stadt Walldürn nicht alleiniger Kostenträger einer solchen Maßnahme sein kann ist klar. Eine Finanzierung sieht, ins unseren Augen, folgende Eckpunkte, neben dem Kostenanteil der Stadt vor:

  1. Förderungen
    1. z.B. LEADER
  2. Zuschüsse
    1. z.B. über das Land für den Anteil des Katastrophenschutzes
  3. Weitergabe von Kosten, welche nicht die Pflichtaufgabe der Stadt sind
    1. Eigenanteil der weiteren Beteiligten (z.B. DRK, DLRG). Bereits in der Vergangenheit hat sich z.B. das DRK an den Kosten des Neubaus des Feuerwehrgerätehauses beteiligt.

 

 

Fazit

Ein wohlüberlegtes Konzept soll uns dabei helfen unsere Pflichtaufgabe und die Rettungskräfte ideal zu unterstützen.

Wir verfolgen keine kurzfristige Großmaßnahme, sondern wollen vielmehr eine Konzeption entwickeln, welche es uns ermöglicht nötige Maßnahmen zielgerichtet durchzuführen und sukzessive auf eine zukunftsfähige Lösung hinzuarbeiten.



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