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Zu wenig Fachkräfte und zu viel Bürokratie

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Geschrieben am 17.08.17 in Kategorie Allgemein

Zu wenig Fachkräfte und zu viel Bürokratie. Diese Beschwerden hörte die Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz auf ihrer dreitägigen so genannten Ausbildungsreise vom Oberrhein bis ins Hohenlohische immer wieder. Die Besichtigung des Metallbaubetriebs Vogel in Mosbach bildete den Abschluss ihrer Tour.

Der Geschäftsführer Andreas Vogel, der den Betrieb vor sieben Jahren von seinem Vater übernommen hatte, führte die Besuchergruppe durch die renovierten Räume. Die Belegschaft besteht aus einem Vorarbeiter, einem Auszubildenden, einem Praktikanten aus Eritrea, einer Mitarbeiterin im Büro und zwei Rentnern, zu denen auch sein Vater gehört, so Vogel. Man würde das Personal gerne um zwei qualifizierte Mitarbeiter erweitern, aber „der Arbeitsmarkt kann uns das nicht bieten“.

Während des 33-jährigen Bestehens der Firma habe man 30 junge Männer ausgebildet, die meisten aber nicht übernehmen können, weil die persönliche Reife gefehlt habe. „Bei uns macht jeder alles, da muss man auch Verantwortung tragen können“ erklärte der Betriebsinhaber.

Bei ihren Firmenbesuchen in Handel und Handwerk habe sie in den letzten Tagen fast überall die gleichen Aussagen gehört, so Katrin Schütz. Diese Probleme gehe man im Ministerium mit verschiedenen Maßnahmen an. Das Land wolle mit zahlreichen Angeboten möglichst viele junge Menschen von einer betrieblichen Ausbildung und den damit verbundenen guten Karrierechancen überzeugen. Baden-Württemberg sei auf die Begeisterung der Jugendlichen für ihre Ausbildungsberufe ebenso angewiesen wie auf das Engagement der unzähligen Betriebe, die die Berufsausbildung zur Chefsache gemacht hätten. Als Ausbildungsbotschafter besuchen Auszubildende Schulen, stellen ihre Berufe vor und werben für eine betriebliche Ausbildung. Seniorbotschafter sind Beschäftigte und Führungskräfte aus der Wirtschaft. Sie werben auf Elternabenden für Ausbildungsberufe. Auch durch Teilzeitausbildung oder Praktikas in Betrieben versuche das Ministerium in Zusammenarbeit mit den Handwerks-, Industrie- und Handelskammern, die betriebliche Ausbildung zu fördern. Auch durch die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, für die den Betrieben Zuschüsse bezahlt werden, wolle man Fachkräfte für das Handwerk gewinnen.

Zum Thema Bürokratie wies Staatssekretärin Schütz auf den von der Landesregierung geplanten Normenkontrollrat hin. Außerdem könnten sich die Bürger jederzeit schriftlich an das Ministerium wenden. Dort würden die Probleme von Fachkräften unverzüglich und sachgerecht geprüft und bearbeitet. Damit wollte sich die MIT/NOK nicht zufrieden geben und übergab Katrin Schütz einen Antrag zur Schaffung einer Task Force. Für viele Inhaber kleinerer Betriebe seien schriftliche Eingaben nicht zumutbar, so Dr. Alexander Ganter. Vielmehr müsse das Ministerium den Schreibtisch verlassen und die Betroffenen unmittelbar vor Ort aufsuchen.

Auch MdB Alois Gerig zeigte sich in seinem Schlusswort beim Bürokratieabbau eher skeptisch. Die MIT-Vorsitzende Ariane Spitzer bedankte sich bei Katrin Schütz, dass sie in den ländlichen Raum gekommen und sich an die Basis begeben habe.


CDU-Kreisverband Neckar-Odenwald Bundestagsabgeordneter Alois Gerig Landtagsabgeordneter, Minister Peter Hauk
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